Geschichte / Entstehung der Jugendfeuerwehr

Anfang der 70er Jahre erkannte man auch in Hilchenbach, dass der Personalbestand in der Zukunft nicht mehr durch Erwachsene, die in die Wehr eintraten, gesichert werden konnte, dass es langsam an Nachwuchs mangelte. Nach langen Diskussionen und Vorbereitungen wurde der Entschluss gefasst, eine Jugendfeuerwehr zu gründen. Dies erfolgte mit dem Einverständnis aller Kameraden des Löschzuges.

Die Jugendfeuerwehr Hilchenbach wurde am 06. April 1974 gegründet und sofort in der Deutschen Jugendfeuerwehr angemeldet.

Zum ersten Jugendfeuerwehrwart wurde der damalige Brandmeister Gerhard Steuber, der auch maßgeblich an der Gründung der Gruppe beteiligt war, von seinem Löschzugführer Friedhelm Schweitzer ernannt. Die erste Jugendfeuerwehr gruppe bestand fast komplett aus Söhnen von aktiven Feuerwehrleuten.

Am Gründungstag wurden folgende Jugendliche aufgenommen:

  • Hartmut Birlenbach
  • Michael Hirsch
  • Henning Kamenik
  • Martin Menn
  • Henning Schweisfurth
  • Klaus Schweitzer
  • Uli Schweitzer
  • Bodo Sahl jun.

Klaus Schweitzer wurde von der Gruppe als Gruppenführer gewählt.

Die Aufgaben, die die Jugendlichen zu bewältigen hatten, unterschieden sich in keiner Weise von denen der aktiven Wehrleute. Der einzige Unterschied bestand darin, dass die Mitglieder der Jugendfeuerwehr noch keine Einsätze mitfahren durften. In den 80er Jahren wurde diese Regelung für eine Zeit lang abgeändert. Die Jugendfeuerwehrleute durften bei Einsätzen mit ausrücken, mussten aber außerhalb des Gefahrenbereichs bleiben. So konnten die Jugendlichen unter der Aufsicht der Erwachsenen schon Einsatzerfahrung sammeln. Aus versicherungsrechtlichen Gründen wurde diese Regelung schon bald wieder geändert.

Generell gilt: Die Jugendfeuerwehr rückt bei Einsätzen nicht aus!

Doch die Grundwerte und Strukturen der Jugendfeuerwehr sind fast die gleichen geblieben. Aufgenommen werden können seit einiger Zeit Jungen und Mädchen im Alter von 10 bis 18 Jahren.
Unsere Aufgabe bestand und besteht aber nicht nur darin, uns fachlichen Nachwuchs "heranzuzüchten". Neben der Vermittlung von typischem Fachwissen über Löschgeräte, Fahrzeuge, Technik und vielem mehr nimmt bei uns auch die allgemeine Jugend und Öffentlichkeitsarbeit einen hohen Stellenwert ein. Waren in den ersten Jahren die Mittel und Möglichkeiten im Vergleich zu heute doch sehr begrenzt, so gaben die Jugendfeuerwehrwarte und Betreuer ihr Bestmögliches, um den Jugendlichen einen abwechslungsreichen Dienstbetrieb zu ermöglichen. Durch den Umzug in das neue Gerätehaus in der Herrenwiese im Jahr 1989 änderten sich auch die Arbeitsbedingungen für die Jugendfeuerwehr. So gehörten und gehören neben der feuerwehrtechnischen Ausbildung Dinge wie Wanderungen, Radtouren, Schlitten fahren, Schwimmen gehen, Geländespiele, Spieleabende oder Tischtennis mit zu den Bestandteilen unseres Dienstplanes. Während der Adventszeit stellt die Jugendfeuerwehr einen Weihnachtsbaum im Schulungsraum auf und schmückt den Raum für die Nikolausfeier. Auch Plätzchen backen und Basteln kommt in der Weihnachtszeit nicht zu kurz.

Doch wo kann man besser spielen und sich austoben als in der freien Natur? So ist es völlig klar, dass die meisten unserer Aktivitäten im Sommer und draußen stattfinden.

1983 fand zum ersten Mal ein Wochenendzeltlager auf der Wigrow bei Müsen statt, an dem Jugendfeuerwehrgruppen aus Hilchenbach, Allenbach und Dahlbruch teilnahmen. Seit 1991 nimmt die Jugendfeuerwehr Hilchenbach regelmäßig an dem jährlich in den Sommerferien stattfindenden Kreisjugendfeuerwehrzeltlager teil. Dieses wurde 1991 auf dem Burgseifen und 1994 auf dem Giller unter Zusammenarbeit aller Jugendfeuerwehrgruppen der Stadt Hilchenbach durchgeführt. Auch am Erwerb der Leistungsspange der Deutschen Jugendfeuerwehr beteiligen sich unsere Jugendfeuerwehrmitglieder. Da diese Leistungsbewertung eine Gruppenaufgabe ist, aber nicht immer genügend Jugendliche gleichen Alters zur Verfügung stehen, wird meistens zusammen mit Mitgliedern aus den anderen Jugendfeuerwehrgruppen der Stadt Hilchenbach eine Gruppe aufgestellt, die dann teilnimmt. Schon seit frühen Jahren stehen auch Tagesfahrten und Besichtigungen auf unserem Programm. So fanden in den letzten Jahren u. a. folgende Fahrten statt:

  • Tagesfahrten zur Feuerwehrmesse nach Hannover
  • Besichtigung des Technikmuseums in Sinsheim
  • Besichtigung des Bergbaumuseums und der Berufsfeuerwehr in Bochum
  • Besichtigung des Flughafens und der Flughafenfeuerwehr in Frankfurt a. M.
  • Besichtigung der Hauptamtlichen Wache der Feuerwehr Siegen
  • Besichtigung der Fahrzeuge und Geräte des Technischen Hilfswerks in Siegen
  • Besichtigung der Luftwaffenkaserne in Erndtebrück
  • Besichtigung des Rettungshubschraubers Christoph 25 in Siegen

Außerdem beteiligt sich unsere Jugendfeuerwehr schon seit einiger Zeit an ein paar Projekten, die sowohl mit Gemeinnützigkeit wie auch Öffentlichkeitsarbeit zu tun haben. Seit Mitte der 80er Jahre werden von uns in Hilchenbach die Weihnachtsbäume im Januar eingesammelt und entsorgt. Auch beim Frühlings- und Herbstmarkt beteiligt sich unsere Gruppe durch verschiedene Aktionen.

Als es darum ging, dass der Kinderspielplatz in der Herrenwiese an- und umgebaut werden sollte, suchte die Stadt Hilchenbach an freiwilligen Helfern, um durch Einsparungen der Lohnkosten größere Spielgeräte kaufen zu können. Sofort sagte auch hier die Jugendfeuerwehr ihre Hilfe zu. Und so kam es dazu, dass etliche Jugendfeuerwehrmitglieder unter der Leitung des damaligen Jugendfeuerwehrwartes Maik Hilbig Strahlrohre und Schläuche gegen Hacke und Schaufel eintauschten und unter denkbar schlechten Witterungsbedingungen so manche Stunde mit dem Aufbau des neuen Spielplatzes verbracht haben. Bis heute hat die Jugendfeuerwehr eine Art Patenschaft über den Spielplatz übernommem.

Im April 1999 veranstalteten wir anlässlich unseres 25-jährigen Jubiläums unter Beteiligung aller Jugendfeuerwehrgruppen der Stadt Hilchenbach und dem Jugendrotkreuz eine Großübung bei der Firma USH in Hilchenbach. Bei der gelungenen Übung hatten die Jugendlichen die Aufgaben, verletzte Personen zu retten und zu versorgen, die Wasserversorgung aufzubauen und Löschangriffe auf die brennenden Gebäudeteile auszuführen.

Vor dem anschließenden Imbiss am Gerätehaus wurde unserem Kamerad Henning Kamenik beim Antreten der Jugendgruppen für seine 25- jährige Dienstzeit das Feuerwehrehrenzeichen in Silber verliehen. Am selben Abend veranstalteten wir ein Ehemaligentreffen, zu dem alle ehemaligen Betreuer und Mitglieder der Jugendfeuerwehr eingeladen waren. Das Treffen war sehr gut besucht und wurde von allen Beteiligten sehr erfreut angenommen. Bei einem reichhaltigen Buffet wurden bis in die frühen Morgenstunden alte Erinnerungen und Erlebnisse aufgefrischt und in geselliger Runde gefeiert. Von den Kameraden der ersten Gruppe von 1974 ist heute noch ein Kamerad aktiv in der Feuerwehr.

Im Sommer 2002 wurde Oberbrandmeister Gerhard Steuber im für seine Verdienste um den Aufbau der Jugendfeuerwehr Hilchenbach mit der Ehrennadel der Deutschen Jugendfeuerwehr ausgezeichnet. Dem Einsatz von Gerhard Steuber vor 30 Jahren ist es zu verdanken, dass der Löschzug Hilchenbach heute eine junge, schlagkräftige Mannschaft vorweisen kann und keine Nachwuchssorgen kennt!

Doch um eine vernünftige Jugendarbeit betreiben zu können, ist es nötig, geeignete Betreuer zu haben. Daher haben alle Jugendfeuerwehrwarte und Betreuer in den letzten Jahren einen Jugendgruppenleiter-Lehrgang besucht und nehmen regelmäßig an Fortbildungsseminaren teil.

Die Kameraden Henning Schweisfurth, Klaus Schweitzer und Harald Stecher übernahmen 1981 die Leitung der Jugendfeuerwehr von Brandmeister Gerhard Steuber, der es zwischenzeitlich bis zum stellvertretenden Kreisjugendfeuerwehrwart gebracht hat. Klaus Schweitzer war von 1981 bis 1988 Stadt jugendfeuerwehrwart in Hilchenbach. Ihnen folgten 1986 die Kameraden Dieter Lux und Heiner Siebel auf den Platz der Jugendfeuerwehrwarte.

1993 übernahmen Peter Höchst und Maik Hilbig die Leitung der Jugendfeuerwehr.

1994 sprang Michael Deutenbach für Peter Höchst ein.

Von 1994 - 2003 leitete Maik Hilbig, seit 1995 unterstützt von Axel Menn, die Jugendfeuerwehr.

Von 2003 - 2012 leitete Axel Menn die Jugendfeuerwehr.

Seit 2012 wird die Gruppe von Marco Wirtz und seinen Stellvertretern Benjamin Weber und Marc Sudau betreut.

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